Das 'Konfessionelle Zeitalter' in Franken: 1517 bis 1648

Franken war ein Kristallisationspunkt der Reformation: die Vestestadt Coburg, die ehemals freien Reichsstädte sowie bedeutende Persönlichkeiten haben sie mitgetragen. Zugleich ist Franken auch ein gutes Beispiel der Ökumene. Seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges leben Protestanten und Katholiken friedlich miteinander – und natürlich feiern sie auch das Reformationsjubiläum 2017 gemeinsam.

Im Jahr 1517 veröffentlicht Martin Luther seine Thesen als Kritik am überkommenen Kirchenwesen: der Beginn der Reformation. Ein halbes Jahrtausend später sind die Auswirkungen noch immer deutlich zu sehen: in den verschiedenen Konfessionen der christlichen Kirchen natürlich, aber auch in Stadtbildern, in der Kunst und vielem mehr.

Die ersten Jahrhunderte nach Luthers Thesen prägen ganz Europa und natürlich auch DIE FRÄNKISCHEN STÄDTE.

Reformation und Gegenreformation in den Fränkischen Städten

Das Ende des „Konfessionellen Zeitalters“

Franken ersteht aus der Asche

Mit dem Westfälischen Frieden 1648 endet auch in Franken das Konfessionelle Zeitalter, das dem Land große religiöse und politische Veränderungen gebracht hat – und einen Krieg, der der Hälfte der Bevölkerung das Leben kostete. Bis 1806, dem Jahr, in dem Franken an Bayern fällt, wird der Fränkische Reichskreis noch Bestand haben und mit ihm die vielen verschiedenen Herrschaften, die über Franken regieren. Für die Überlebenden des Dreißigjährigen Krieges gilt es vielerorts, ihre Heimat aus der Asche wieder auferstehen zu lassen. Für die Bürger geht es um neuen Platz zum Leben, für die Fürsten darum, ihren Herrschaftsanspruch auch baulich auszudrücken.

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Vor allem in den Herrschaftsgebieten der Gegenreformation steht der Barock in voller Blüte. Ganze Städte werden in diesem neuen Stil errichtet. So lässt sich in Würzburg der Fürstbischof ein „Schloss über allen Schlössern“ erbauen: Heute zählt seine Residenz zum UNESCO-Welterbe. In Eichstätt, wo kaum mehr ein Stein auf dem anderen steht, holen sich die Fürstbischöfe geniale Baumeister an den Hof und lassen die gesamte Stadt in luftiger Leichtigkeit neu entstehen – inklusive Residenzen und Domherrnhöfen. 

Neben Erlangen verändern sich auch die anderen Markgrafenstädte: Ansbach erblüht im Rokoko, Bayreuth verwandelt sich dank der kunstsinnigen Markgräfin Wilhelmine in eine prachtvolle Residenzstadt, in der heute das Markgräfliche Opernhaus zum UNESCO-Welterbe zählt. Und auch wenn es noch Konflikte zwischen den Konfessionen gibt: In Kriegen werden sie nicht mehr ausgetragen – Franken lebt nun das Nebeneinander von Katholiken und Protestanten.

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