Höhepunkte 2019

Architektur und Landschaft: In Frankens Städten gehören sie untrennbar zusammen. Besonders zeigt dies ab 2019 Rothenburg ob der Tauber Eichstätt.

Dass das Feiern und die Kunst fest zu Frankens Städten dazugehören, beweisen 2019 außerdem viele Festspiele, Konzertreihen, Kirchweihen und Weihnachtsmärkte. Sie füllen die Städte mit Leben und Genuss – poetisch, traditionell oder voller Rhythmus.

Pittoreskes Rothenburg ob der Tauber: Eine Stadt als Landschaftsgarten

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Von 2019 bis 2021 setzt Rothenburg ob der Tauber seine Bedeutung als Sinnbild der Moderne in den Mittelpunkt. Moderne in einer so mittelalterlich anmutenden Stadt? Ganz genau – es handelt sich hier im Gegensatz zu späteren Bauhaus-Zeit um die pittoreske Moderne.

Um 1900 inspirierte die architektonische Gesamtwirkung Rothenburgs und seine Einbettung in die Landschaft hoch über der Tauber namhafte Architekten der englischen und deutschen „Gartenstadtbewegung“. So wurden etwa die Planungen für die Londoner „Hampstead Garden Suburb“ und die erste deutsche Gartenstadt Hellerau bei Dresden erkennbar von Rothenburg ob der Tauber beeinflusst. Unter dem Thema „Pittoresk“ vergegenwärtigt Rothenburg ob der Tauber die Bedeutung seines Stadt- und Landschaftsbilds.

So zeigt etwa eine Ausstellung im Reichsstadtmuseum Rothenburger Stadtansichten von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Das Mittelalterliche Kriminalmuseum stellt britische Maler aus und eine weitere Ausstellung widmet sich dem Einfluss Rothenburgs auf die englische Gartenstadtbewegung um Raymond Unwin sowie die deutsche Gartenstadtbewegung um Richard Riemerschmid.

Während der Themenjahre entdeckt man ebenso verborgene Gartenschätze als auch zeitgenössische Interpretationen des pittoresken Rothenburg. Hinzu kommen „Artist in Residence“-Projekte und Musik im Rahmen eines „Internationalen Lied Festivals“.

Der Architekt der Leichtigkeit wird 300: Eichstätt feiert Maurizio Pedetti

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2019 jährt sich der Geburtstag von Maurizio Pedetti (1719 bis 1799) zum 300. Mal. Er war der dritte und letzte der großen Barockbaumeister Eichstätts. Er verlieh der Stadt als architektonischem Gesamtkunstwerk den „Feinschliff“ – und Eichstätt gedenkt seiner mit Führungen, Ausstellungen und Aktionen.

Die Baukunst erlernte Pedetti, dessen Familie aus der italienischen Lombardei stammte, in Ludwigsburg. Dort wirkte er 1731 am Bau des Schlosses mit. Weitere Stationen führten ihn über Ansbach, wo er an der Gestaltung des Markgrafenschlosses und der Gumbertuskirche mitwirkte, über Speyer und die Höfe von Bruchsal und Mannheim. 1750 bewarb er sich um die Stelle des Hofbaudirektors und Hofkammerrates in Eichstätt. Mit Erfolg – Pedetti hatte diese Stelle unter insgesamt vier Eichstätter Fürstbischöfen bis zu seinem Tod inne.

In Eichstätt führte Pedetti das Werk seiner Vorgänger Jakob Engel und Gabriel de Gabrieli fort. Unter anderem stattete er die bischöfliche Residenz mit einem repräsentativen Treppenhaus und dem festlichen Spiegelsaal aus. Sein Meisterwerk wurde der Residenzplatz: Er gehört heute zu den besterhaltenen Barockensembles
in Europa.