An der großen Glocke Das Aschaffenburger Carillon
Im Ostturm von Schloss Johannisburg befindet sich mit dem Carillon das wohl öffentlichste Instrument Aschaffenburgs. Wenn seine Glocken ertönen, sind sie in der gesamten Altstadt zu hören – und das besonders während des „Carillon & Percussion Festivals“.
Zwei Personen sitzen an einem Carillon und schauen lächelnd in die Kamera.

Dreimal am Tag – jeweils um 9.05 Uhr, 12.05 Uhr und 17.05 Uhr – erklingt über der Innenstadt eine kleine Melodie. Die Schlossuhr löst eine Computersteuerung aus und schon bimmeln 36 Glocken des Carillons. Ob „Frère Jacques“ oder „Der kleine grüne Kaktus“… Die Liedpalette ist groß und animiert zum Mitsummen und Mitsingen. 

Insgesamt besteht das Carillon aus 48 Glocken, die im Jahr 1969 von der Firma Eijsbouts in den Niederlanden gegossen wurden. Das Instrument befindet sich in 62 Meter Höhe im Ostturm von Schloss Johannisburg. Es besitzt vier chromatische Oktaven (ohne das tiefe Cis) und gilt mit einem Gesamtgewicht von 2,175 Tonnen als „leicht“ – die Bourdonglocke wiegt als größte Glocke 271 Kilo, die kleinste 10 Kilo. Der Spieltisch befindet sich in der Turmhaube, darüber hängen in der „Laterne“ sichtbar die Glocken. Um sie zum Klingen zu bringen, drückt der Carilloneur mit der Faust die Tasten herunter, die mit den Glocken verbunden sind.

In ganz Bayern gibt es nur fünf Carillons – aber Aschaffenburg ist die einzige Stadt, die sich einen eigenen Glockenspieler leistet. Wenn Stadtglockenspieler Georg Wagner und seine Frau Ariane Toffel am Tag des offenen Denkmals (zweiter Sonntag im September) sowie am ersten Sonntag im Mai und im August aufspielen, laden sie sich zudem Carillonneur:innen aus dem In- und Ausland ein. Für diese einstündigen Konzerte ist auch der Schlosshof geöffnet.

Höhepunkt im Glockenjahr aber ist das „Carillon & Percussion Festival“. Die dreitägige Veranstaltung im Juni ergänzt die Konzerte der Carillonneur:innen um unterschiedlichste Darbietungen im Stadttheater, in der Stadthalle oder im Ridingersaal des Schlosses. Da das Carillon ein Schlaginstrument ist und viele Carillonneur:innen auch das Schlagzeug beherrschen, wurde hier eine einzigartige Brücke geschaffen. Um am Spiel der Carillonneur:innen teilhaben zu können, werden die Konzerte per Livestream auf eine LED-Leinwand im Schlosshof übertragen. Somit wird das virtuose Tun, das sich im Glockenturm abspielt, auch optisch für das Publikum erlebbar. Ein weiteres Highlight ist der Handglockenchor, der neben spezieller Glockenmusik und Klassik auch Pop- und Rocksongs im Repertoire hat. 

Während des Festivals sowie am Tag des offenen Denkmals werden zudem Führungen in den Glockenturm angeboten – eine wunderbare Gelegenheit, um das Instrument aus nächster Nähe zu erleben.

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