Nachtmusik im Traumgarten Hofgarten Würzburg
Der Rang eines UNESCO-Welterbes krönt die Würzburger Residenz und damit auch ihren Hofgarten. Der Park vereint gleich drei historische Gartentraditionen. So schlendert man hier ganz gelassen zwischen französischer Barockpracht, erklimmt die Terrassen im italienischen Stil und genießt das „begehbare Landschaftsgemälde” im englischen Garten.
Hofgarten der Residenz (Würzburg, Fränkisches Weinland)

Wenn sich ein bedeutender Herrscher, wie es auch die Würzburger Fürstbischöfe waren, ein neues Schloss erbauen ließ, dann gehörte ein prachtvoller Hofgarten auf jeden Fall dazu. Und wenn diese Residenz dann auch noch ein „Schloss über allen Schlössern“ sein sollte, dann musste auch der Garten mithalten.

Genau so ist es geschehen beim Hofgarten der Würzburger Residenz. Den Auftrag zur Gestaltung bekam im ausgehenden 18. Jahrhundert der Hofgärtner Johann Prokop Mayer. Er hatte eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe vor sich. Denn das Gelände, das sich an den Rand der barocken Stadtbefestigung schmiegt, war kompliziert geschnitten und wies außerdem zu den Bastionen hin eine starke Steigung auf. Aber der Hofgärtner war geschickt und teilte die Fläche in symmetrisch gegliederte und in sich geschlossene Gartenpartien auf. Als Kind seiner Zeit stattete er diese ganz im Stil des Rokoko mit einer Fülle von in Form geschnittenen Obstbäumen, Kübelpflanzen, Blumenbeeten, Hecken, Spalieren und Laubengängen aus.

Hat man heute die Residenz im Rücken, dann liegt der Ostgarten im italienischen Stil vor einem. Drei Terrassen überwinden den Anstieg zum Scheitel der begrenzenden Bastion. Eine traumhafte Kulisse – vor allem, wenn hier alljährlich im Rahmen des Würzburger Mozartfests die beiden Nachtmusiken stattfinden.

Im Gegensatz zu den verschiedenen Ebenen des Ostgartens ist der Südgarten, der der Tradition eines französischen Barockgartens folgt, völlig eben. Er bildet ein Rechteck, in dessen Mitte ein Springbrunnen in ein rundes Wasserbassin plätschert. Besonders schön ist die Blütenpracht in den Beeten des Ost- und Südgartens: Sie werden nach Plänen bepflanzt, die noch aus der Entstehungszeit des Hofgartens stammen.

Der dritte Teil des Parks, der an den Südgarten grenzt, ist im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt und jünger als seine barocken Nachbarn. Hier sollten sich die Lustwandler wie in einem Landschaftsgemälde fühlen: Blühpflanzen finden sich hier kaum, ebenso fehlen die exakt angelegten Beete des Barocks – stattdessen locken verschlungene Wege unterm Blätterdach.

Übrigens hatte auch ein fürstlicher Hofgarten durchaus praktische Zwecke: Das zeigt der Küchengarten, der in Anlehnung an die einst vorhandenen Wege und Beete wieder angelegt und mit historischen sowie neuen Obst- und Gemüsesorten bepflanzt wurde.

Mozartfest im Kaisersaal der Residenz (Würzburg, Fränkisches Weinland)

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