Röhrenfahrt und Riviera Ansbachs Brunnen
Wasser ist Leben – und wenn es allein nach der Anzahl der Brunnen geht, dann ist Ansbach auf jeden Fall eine quicklebendige Stadt. Das zeigt dieser Streifzug von Brunnen zu Brunnen durch die Stadt und ihr Umland. Das Schöne daran: Hinter jedem verbirgt sich eine ganz eigene Geschichte.
Am Karl-Friedrich-Wilhelm-Brunnen (Ansbach, Romantisches Franken)

Karl-Wilhelm-Friedrich-Brunnen
Im Herzen der Ansbacher Altstadt – neben der St. Gumbertus Kirche auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz – steht seit 1746 dieser Brunnen: ein Symbol für die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, die in der Stadt residierten. Gestiftet wurde er von Markgraf Karl Wilhelm Friedrich, der als vergoldete Büste die Brunnensäule ziert. Außerdem nutzte der Markgraf den Brunnen, um mit der Inschrift auch gleich seine Macht zu glorifizieren und auf seine Wohltaten hinzuweisen: „Seine Durchlaucht, Carl Wilhelm Friedrich, Markgraf zu Brandenburg, Herzog in Preußen und Schlesien, Vater des Vaterlands, der die Stadt (schon) mit vielen neuen Bauten schmückte, ließ auch diesen Brunnen anlegen zu ständigem Nutzen der Einwohner und zu freundlicher Betrachtung 1746“.

Markgraf-Georg-Brunnen
Markgräflich geht es weiter auf dem Martin-Luther-Platz vor der Tourismusinformation. Der Brunnen ist mit jeder Menge Irrtümer verbunden. Eigentlich wurde er vom Markgräflichen Rat Dr. Pfotel durch eine Schenkung an Markgraf Kasimir (1515) realisiert, aber durch falsche Überlieferung dem Markgrafen Georg gewidmet. Auch die Figur, die den Markgrafen Georg darstellen soll, ist in Wirklichkeit die Darstellung eines Ritters in Feldrüstung aus der Zeit um 1500.

Güllbrünnlein
An die südliche Außenwand der Johannis-Kirche schmiegt sich das Güllbrünnlein. Es erinnert an den Kinderliederdichter Friedrich Wilhelm Güll, der 1812 im Haus gegenüber geboren wurde. Viele Grundschüler kennen ihn aus ihren Lesebüchern, in denen er mit Gedichten wie dem „Büblein auf dem Eis“ vertreten ist. Der Brunnen illustriert Gülls Gedicht „Pflaumenregen”, der Text dazu ist auf einer Tafel zu lesen.

Ansbacchantin
Am Schlossplatz vor der Markgräflichen Residenz sprudelt das Wasser aus der „Ansbacchantin“. Dieser von Jürgen Goertz gestaltete Brunnen stellt eine Amazone dar, die beim Wein die schönen Momente des Lebens genießt. Die Radelemente symbolisieren den pulsierenden Verkehr.

Brunnen am Karl-Burkhardt-Platz
Der Brunnen von Klaus Goth stammt aus dem Jahr 2002. Die drei Fische am Rand des Brunnens finden sich auch im Ansbacher Stadtwappen.

Lausbubenbrunnen
Neben dem Gymnasium Carolinum befindet sich der Lausbubenbrunnen. Der von Friedrich Schelle geschaffene Brunnen zeigt auf einer abgebrochenen, steinernen Säule eine Taube. Aus zwei mit Pferdeköpfen versehenen Röhren fließt Wasser auf einer Seite ins Becken, auf der anderen Seite hält ein lebensgroß modellierter Lausbub mit dem Finger den Wasseraustritt zu. Gestiftet wurde der Brunnen 1982 von Gertrud Elise Uhle aus Breslau zum Gedenken an ihre alte Heimat.

Platenbrunnen
In der Maximillianstraße am Herrieder Tor sprudelt im Sommer eine Fontäne aus einer Skulptur. Sie steht in einer flachen Wasserschale und wurde – von einem Ansbacher gesponsert – 1979 aufgestellt. Die Skulptur symbolisiert eine Tulpe und soll an August Graf von Platen erinnern, der die Ehrenbezeichnung der „Tulpe im deutschen Dichtergarten“ führte. Zur Osterzeit erhält der Brunnen, wie zahlreiche andere im Stadtgebiet auch, einen frühlingshaften Osterschmuck.

Brunnen am Storchenplatz
Dieser achteckiger Brunnen im Herzen der Altstadt wird von einem schmiedeeisernen Zaun eingerahmt: ein idyllisches Plätzchen, an dem man es sich auf Bänken gemütlich machen kann. 

Brunnen im Hinterhof des Brandenburger Hauses
Den Hinterhof der ehemaligen Posthalterei in der Neustadt 4 schmückt ein Brunnen, erbaut 1703 von Gabriel de Gabrieli – einem der „Stararchitekten“ im Dienst der Ansbacher Markgrafen.

An der Riviera
An der Brücke zwischen Altstadt und modernem Einkaufszentrum bildet die Ansbacher „Riviera“ gerade im Sommer einen beliebten Anziehungspunkt. Ein modern gestalteter Wasserlauf führt hier über mehrere Treppen, gleich nebenan befindet sich ein Kinderspielplatz.

Findlingsbrunnen in Dombach i.Loch
Wer Lust auf eine Wanderung oder eine kleine Radtour hat, den führt die Brunnenrunde durchs romantische Dombachtal in den Ansbacher Stadtteil Dombach i.Loch. Der Dorfbrunnen in dem Ansbacher Stadtteil wurde 2013 als Symbol einer lebendigen Dorfgemeinschaft eingeweiht. Eine natürliche Wasserzufuhr speist den Brunnen. Diese Quelle trug früher über eine markgräfliche „Röhrenfahrt“ zur Wasserversorgung der Stadt Ansbach bei.

Wasserscheide-Brunnen in Elpersdorf
Der Weg durchs Dombachtal führt noch zu einem weiteren Brunnen: zum Wasserscheide-Brunnen im Stadtteil Elpersdorf. Er wurde 1988 im Zuge der Dorferneuerung zum 700-jährigen Ortsjubiläum erbaut. Gestaltet wurde er vom Steinmetz- und Steinbildhauermeister Reinhard Vogel aus Ansbach. Auf der Höhe über Elpersdorf verläuft die Europäische Wasserscheide; sie bestimmt den Weg der  Wasserläufe: Entweder gelangen sie über Altmühl und Donau in das Schwarze Meer oder sie fließen nach Norden über Regnitz, Pegnitz, Main und Rhein in die Nordsee. In der Ortsmitte plätschert der kleine Brunnen, dessen Skulptur die Wasserscheide veranschaulicht.

 

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